Die Ilegales von Cadiz

Einige Tage nach Aschermittwoch bin ich mit meiner Herzenslady in den Süden geflogen. Im sonnigen Süden vom rheinischen Karneval entspannen war der Plan. Dann kommen wir nach Cadiz und sind plötzlich umringt von Chören, die Karnevalslieder singen. Das kam unerwartet.

Indessen habe ich erfahren, dass Cadiz eine einzigartige Karnevalstradition hat. Auch in Andalusien einzigartig ist ihre ganz spezielle Art der Karnevalsmusik Bestandteil dieser Tradition. Dazu gehört auch, wie sie zelebriert wird.

Jedes Jahr stellen sich über hundert Gruppen – vom Quartett bis zum Chor – in einem Wettstreit dem Urteil einer Jury. Aber neben diesen „regulären“ Chören sind irgendwann auch Chöre entstanden, die aus Nachbarschaften, Kollegen und Freunden bestehen. Das sind die Ilegales.

Und genau diese Chöre hatten am vergangenen Wochenende die Stadt fest in ihrer Hand. In unserem Hostel hatte man uns gesagt, es wäre eine Art „inoffizieller Karneval“. Aber bei der Stimmung in der Stadt, den Kostümen und dem Gesang habe ich von inoffiziell wenig gemerkt.

Es war ein richtiges Fest. An vielen Straßenecken und auf etlichen Plätzen haben die Gruppen ihren Gesang und ihre Performance vorgeführt. Umringt von vielen Jecken (zumindest würde man das bei uns im Kölner Raum so nennen), die oft mitgesungen haben.

Das Hauptevent fand aber vor der Kathedrale statt, wo sich die Chöre einer Jury gestellt haben. Vor einer atemberaubenden Kulisse und einem strahlend blauem Himmel haben die Chöre, die wir gesehen haben, eine tolle Show abgeliefert. Und die Musik selber hat uns auch gefallen und oft genug mitgerissen.

Und natürlich kann ich als Vollblutfotograf bei Menschen, die feiern und tolle Dinge tun, nicht die Kamera in der Tasche lassen. Also habe ich einige Sänger und Chöre, ihre Performance und vor allem den Spaß und die Freude daran eingefangen: