Sinziger Martinszug 2018

Von Hagen|8. November 2018|BLOG, EVENT REPORTAGE|

Gestern Abend war ich mit meiner Frau mal wieder beim Martinszug in Sinzig dabei. Wenn die ganzen Schulkinder mit ihren Fackeln singend durch die Stadt ziehen und am Schluß das Martinsfeuer entzündet wird, dann wirkt das ganze doch auch etwas wie ein heidnischer Brauch. Das Gefühl hatte ich vor allem, als ich am Rand des Feuerplatzes stand und die Sinziger mit ihren Kindern, die von der Straße quer gelaufen und nicht dem eigentlichen Zugweg gefolgt sind, hinter mir aus den Bäumen traten.

Dabei vertut man sich leicht, da man versucht ist alles, was mit Feuer und Fackelzügen zu tun hat, in eine Verbindung zu den Bräuchen der ganzen alten Stämme, die unter dem Begriff „Germanen“ zusammen gefasst werden, in Zusammenhang zu bringen. Dabei ist der Laternenumzug darauf zurück zu führen, dass der Heilige Martin, ein asketischer Mönch, nach seinem Tod mit einer Lichterprozession nach Tour, wo er Bischof gewesen ist, geleitet wurde.

Auch beim Sinziger Laternenzug wird ein Sankt Martin begleitet, der – in römischer Uniform gekleidet – auf seinem Schimmel mitreitet. Schon zu meiner Kindheit war diese Gestalt – neben dem Martinsfeuer – der Mittel- und Höhepunkt des Martinszuges. In dieser Form mit dem heiligen Martins auf seinem Pferd entstand der Umzug übrigens erst um die Wende zum 20. Jahrhundert im Rheinlande und ist damit eigentlich gar nicht so alt.

Gedenk meiner Kindheit mit dem Reiter, seinem Pferd und dem Feuer als Höhepunkte des Martinszuges habe ich auch gestern meine Motive gewählt: